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    Fakultät für Physik und Astronomie

    Unterricht in einer digitalen Welt

    05.05.2022

    Für Lehramtsstudierende der Uni Würzburg gibt es fünf neue Labore, die DigiLLabs. Dort werden ihnen Kernkompetenzen für das Unterrichten in einer digitalen Welt vermittelt.

    Durchschnitten das symbolische Band zur Eröffnung der DigiLLabs (v.l.): Thomas Trefzger, Paul Pauli, Markus Blume, Silke Grafe und der Würzburger Landrat Thomas Eberth.
    Durchschnitten das symbolische Band zur Eröffnung der DigiLLabs (v.l.): Thomas Trefzger, Paul Pauli, Markus Blume, Silke Grafe und der Würzburger Landrat Thomas Eberth. (Bild: Robert Emmerich / Universität Würzburg)

    Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) spielt bei der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern eine wichtige Rolle: Gut 6.000 Lehramtsstudierende sind derzeit hier eingeschrieben. Um sie für das Unterrichten mit digitalen Medien fit zu machen, hat die Universität auf dem Campus Nord fünf neue Labore eingerichtet, die DigiLLabs.

    Feierlich eröffnet wurden die Labore am 29. April 2022 mit Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume als Gast. Sein Ministerium hat die Einrichtung der DigiLLabs mit 135.000 Euro und zwei Stellen für Wissenschaftspersonal gefördert. Die Labore sind mit neuester Technik ausgestattet und bieten Lehrenden und Studierenden vielfältige Möglichkeiten. Das wurde dem Minister vor Ort präsentiert.

    Drei Beispiele aus den DigiLLabs

    In einem Labor lernen die Studierenden, wie man Bilder, Audios und Videos erstellt und bearbeitet. Sie können sich dort auch das pädagogische Wissen aneignen, um mit Schülerinnen und Schülern verschiedener Schularten professionell digitale Medien zu produzieren. Zu den vielen Fragestellungen des Labors gehört, wie Kinder mit Lernbeeinträchtigungen mit Medien umgehen.

    Im Physikunterricht fällt es Schülerinnen und Schülern oft schwer, sich die Phänomene Magnetfelder und elektrischen Stromfluss vorzustellen. Hierfür zeigt eines der Labore Abhilfe auf: Richtet man die Kamera eines Tablets auf einen für Lehrzwecke gebauten Schaltkreis, sorgen ein QR-Code und eine App dafür, dass das Fließen der Elektronen auf dem Bildschirm visualisiert wird.

    Im Labor der geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächer liegt ein Fokus darauf, der Lehre plurale Räume zu eröffnen, auch im virtuellen Bereich. Im modernen Fremdsprachenunterricht zum Beispiel spielt das interkulturelle Lernen eine wichtige Rolle. Dem Thema Rassismus etwa kann man sich in einer virtuellen Realität nähern, in der Schülerinnen und Schüler in Avatare anderer Ethnien schlüpfen. Im angeleiteten Umgang miteinander zeigen sich Muster der Stereotypisierung, über die im Anschluss reflektiert wird.

    Innovationspotenziale werden ausgelotet

    Minister Blume zeigte sich vom Konzept der JMU überzeugt: „Eine wichtige Investition in die Lehrkräfte von morgen. Die Technik ist da, die Studierenden können damit arbeiten, und die Innovationspotenziale der digitalen Medien werden ausgelotet.“ Denn in den Laboren wird nicht nur gelehrt, sondern auch geforscht – und zwar immer mit Blick auf die Frage, wann und wo der Einsatz digitaler Medien im Schulunterricht sinnvoll ist.

    „Die DigiLLabs zeigen deutlich, dass an unserer Universität auch in der Bildungs- und Unterrichtsforschung exzellente Arbeit geleistet wird“, so JMU-Präsident Paul Pauli, der die Eröffnung der Labore mit einer Ansprache einleitete.

    Paulis besonderer Dank ging an die Schulpädagogin Professorin Silke Grafe und den Physikdidaktiker Professor Thomas Trefzger. Sie führten die Feder bei der Konzeption und dem Aufbau der DigiLLabs – Kompetenzzentrum für digitales Lehren und Lernen, angesiedelt bei der Professional School of Education der JMU.

    Umgang mit Fake News und Propaganda

    Silke Grafe betonte in ihrer Ansprache, dass auch das Lehren über digitale Medien ein wichtiges Thema in der Lehramtsausbildung ist: „Angesichts von Fake News und politischer Propaganda ist es heute wichtiger denn je, Kinder auf den richtigen Umgang mit digitalen Medien vorzubereiten.“

    Wie Thomas Trefzger sagte, bilden die DigiLLabs eine sehr gute Basis für alle Phasen der Lehrinnen- und Lehrerbildung, auch für die Fort- und Weiterbildung. Er dankte unter anderem der Universitätsleitung für die Bereitstellung der sechs Räume und die Unterstützung beim Aufbau der Labore.

    Dem Sprecherteam der DigiLLabs gehören neben Silke Grafe und Thomas Trefzger an: Professorin Maria Eisenmann, Lehrstuhl für Fachdidaktik – Moderne Fremdsprachen mit Schwerpunkt Didaktik der englischen Sprache und Literatur, und Mathematikdidaktiker Professor Hans-Stefan Siller. Alle vier DigiLLabs-Sprecherinnen und Sprecher hatten mit ihren Teams die Präsentationen für den Minister vorbereitet. Involviert war auch der Sonderpädagoge Professor Christoph Ratz.

    Weblinks

    Kompetenzzentrum digitales Lehren und Lernen: DigiLLabs@JMU

    Die fünf DigiLLabs

    DigiPäd: Digitale Medien aus pädagogischer Perspektive

    DigiMePäd: Medienbildung mit informatischen Bezügen

    DigiPädPsySo: Digitale Medien aus sonderpädagogischer und pädagogisch-psychologischer Perspektive

    DigiPhil: Digitale Medien in den geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern

    DigiMINT: Digitale Medien in den MINT-Fächern

    Weitere Bilder

    Von Robert Emmerich

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