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Fakultät für Physik und Astronomie

Exzellenzcluster ct.qmat feiert 1000. Publikation

22.03.2024

Erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit zeigt sich auch in der Zahl der Publikationen in Fachzeitschriften. Mit der 1000. Veröffentlichung hat das Würzburg-Dresdner Exzellenzcluster ct.qmat einen Meilenstein erreicht.

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Die 1000. Publikation des Würzburg-Dresdner Exzellenzclusters ct.qmat ist im Journal "Materials Today Physics" erschienen. (Bild: Jörg Bandmann, pixelwg / Anja Frischmuth, LARJ LEVEL)

In der 1000. Publikation des Exzellenzclusters ct.qmat – Complexity and Topology in Quantum Matter widmen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Forschungsallianz einmal mehr der Untersuchung maßgeschneiderter topologischer Isolatoren. Bei dieser vielversprechenden Materialklasse vereinen sich gegensätzliche Eigenschaften, die für die Entwicklung energiesparender sowie schnellerer Hightech der Zukunft interessant sind: Im Inneren isolierend, können diese Quantenmaterialien an ihren Rändern Strom verlustfrei leiten.

An der Publikation sind neben Clustermitgliedern der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg, der Technischen Universität (TU) Dresden und dem Leibnitz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW) ebenfalls mit dem Cluster verbundene Forschende der Universität Amsterdam beteiligt.

Symbol für den Netzwerkcharakter des Clusters

„In unserer 1000. Publikation spiegelt sich der Netzwerkcharakter des Clusters wider. Als einziges bundeslandübergreifendes Exzellenzcluster verbindet es mit Würzburg und Dresden zwei führende Forschungsumgebungen für kondensierte Materie, arbeitet international mit den besten Köpfen auf diesem Gebiet zusammen“, betont der Würzburger Clustersprecher Ralph Claessen, Professor für Experimentelle Physik an der JMU. „Seit unserem Start 2019 ist aus zwei Universitäten und unseren externen Partnern ein Netzwerk gewachsen, das gemeinsam mehr ist als die Summe seiner Teile.“

In der Topliga der Forschung

„Wir haben es geschafft, Würzburg und Dresden als DIE deutschen Standorte für topologische Materialphysik zu etablieren“, unterstreicht Matthias Vojta, Professor für Theoretische Festkörperphysik an der Technischen Universität (TU) Dresden und Dresdner Sprecher der Forschungsallianz ct.qmat.

„Mit dem Exzellenzcluster spielen wir in der Topliga, das beweisen unsere Entdeckungen. So haben wir topologische Quantenmaterialien wie Mangan-Bismut-Tellurid mit völlig neuen Funktionalitäten entwickelt, wobei Würzburg und Dresden eng kooperieren. Zu unseren Highlights zählen die Fortschritte bei Supraleitung, topologischen Isolatoren und topologischen Lasern.“

Enge Kooperation mit Team der Universität Amsterdam

Zu den Autorinnen und Autoren des 1000. ct.qmat-Papers gehört Anna Isaeva, Professorin für Quantenmaterialien an der Universität Amsterdam. Schon 2019 gelang der damaligen ct.qmat-Juniorprofessorin und ihrem Team mit der Herstellung des ersten magnetischen topologischen Isolators Mangan-Bismut-Tellurid eine kleine Sensation.

„Der jetzige Artikel ist ein Ergebnis der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Forschungsgruppen aus Dresden, Würzburg und Amsterdam. Hauptziel dieser Forschungsarbeit war es, neue Kristalle mit optimierten ferromagnetischen Übergangstemperaturen zu entwickeln, die ihre exotischen Eigenschaften als magnetische, topologische Isolatoren bei höheren Temperaturen zeigen können“, so Isaeva. „Die Entwicklung solcher Materialien ist von großem Interesse, da mit ihnen die Umsetzung energieeffizienter Quantentechnologien zum Beispiel in der Informationsverarbeitung und -speicherung bei immer höheren Temperaturen möglich werden kann.“ Fernziel ist die Nutzung unter Alltagsbedingungen. Isaeva und ihrem Team sei nun ein „Schritt weiter in Richtung Raumtemperatur“ gelungen, wie die Materialchemikerin sagt.

Auf dem ct.qmat-Cluster-Retreat vom 25. bis 27. März 2024 in Weimar werden die Autorinnen und Autoren des Jubiläumspapers mit einem Pokal ausgezeichnet und stellen ihre Ergebnisse als Poster vor.


Publikation

Die 1000. Publikation aus dem Forschungsnetzwerk des Exzellenzclusters ct.qmat:

Tuning strategy for Curie-temperature enhancement in the van der Waals magnet Mn1+xSb2-xTe4. M. Sahoo, M. Rahn, E. Kochetkova, O. Renier, L. Folkers, A. Tcakaev, M. Amigó, F. Stier, V. Pomjakushin, K. Srowik, V. Zabolotnyy, E. Weschke, V. Hinkov, A. Alfonsov, V. Kataev, B. Büchner, A. Wolter, J. Facio, L. Corredor, and A. Isaeva, Mater. Today Phys. 38, 101265 (2023).

Eine Liste aller Publikationen,  an denen Forschende des Exzellenzclusters ct.qmat beteiligt waren.

Exzellenzcluster ct.qmat

Das Exzellenzcluster ct.qmat – Complexity and Topology in Quantum Matter (Komplexität und Topologie in Quantenmaterialien) wird seit 2019 gemeinsam von der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg und der Technischen Universität (TU) Dresden getragen. Mehr als 300 Forschende aus mehr als 30 Ländern und von vier Kontinenten untersuchen topologische Quantenmaterialien, die unter extremen Bedingungen wie ultratiefen Temperaturen, hohem Druck oder starken Magnetfeldern überraschende Phänomene offenbaren. Das Exzellenzcluster wird im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert – als einziges bundeslandübergreifendes Cluster in Deutschland.

Von Katja Lesser / Exzellenzcluster ct.qmat

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