360° Base Award für innovatives Forschungsprojekt zu Dünger aus Wasser und Licht: Thorsten Feichtner beim Rocketeer Valley in Würzburg ausgezeichnet
29.05.2026Große Anerkennung für ein Forschungsprojekt mit Weitblick: Dr. Thorsten Feichtner wurde beim diesjährigen Rocketeer Valley Festival in Würzburg mit dem 360° Base Award ausgezeichnet. Der Preis würdigt Projekte, die wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Relevanz und interdisziplinärem Denken verbinden.
Thorsten Feichtner, Habilitand am Lehrstuhl für Experimentelle Physik 5, überzeugte die Jury mit einem Ansatz, der die Herstellung von nachhaltigem Düngermittel in den Fokus stellt und setzte sich unter 60 Bewerberinnen und Bewerbern durch. Sein Projekt zielt darauf ab, inspiriert von der Photosynthese, aus Wasser und Luft mit Hilfe von Licht Dünger herzustellen. Hierbei soll Ammoniak als Endprodukt entstehen, was als Grundbestandteil von Dünger gilt. Konventionelle Düngerherstellung ist aktuell für 2% des Energiebedarfs weltweit verantwortlich und greift auf fossile Rohstoffe zurück. Feichtners innovatives Konzept könnte hier bis zu 3% der gesamten CO2 Emissionen weltweit einsparen.
Nanooptik als Forschungsgrundlage
Feichtners Forschungsbereich ist in der Nanooptik, in der kleinste Metallstrukturen Licht auf Nanometer-Bereich fokussieren. Dieses extrem konzentrierte Licht kann dann in unterschiedlichen Ansätzen eingesetzt werden. Für das prämierte Projekt konnten an der Oberfläche der Gold-Nano-Strukturen chemische Reaktionen nachgewiesen werden, die den Preisträger dazu inspirierten dies mit der Synthese von Ammoniak, also der Herstellung von Dünger zu versuchen.
Auszeichnung für die Lösung eines weltweiten Problems
Der 360° Base Award am Rocketeer Valley hebt insbesondere Projekte hervor, die über klassische Disziplingrenzen hinausdenken. Feichtners Arbeit zeichnet sich durch genau diese Breite aus: Sie integriert Erkenntnisse aus der Physik mit Impulsen aus der Biologie und Chemie und adressiert gleichzeitig eine zentrale Herausforderung unserer Zeit, der hohe Energiebedarf in der Düngerproduktion. Besonders sei dabei gewesen, dass es eine Lösung für ein weltweites Problem sei, die direktaus Würzburg kommt, unterstreicht die Jury ihre Entscheidung. Die Jury setzt sich zusammen aus Renate Dempfle, Geschäftsführerin der Mediengruppe Main-Post GmbH, Åsa Petersson, Leiterin der Stabstelle Standortmarketing der Stadt Würzburg, Daniel Kempf, Geschäftsführer von pd digital, Benjamin Blumberger, Abteilungsleiter für Firmenkunden und Jochen Schönleber, Vorstandsvorsitzender, beide bei der Sparkasse Mainfranken. Der Preis wurde von der 360° Base, einem Start-Up und Gründerzentrum der Sparkasse Mainfranken ins Leben gerufen, um Projekte zu fördern, die wissenschaftliche Tiefe mit einem breiten Blick auf gesellschaftliche Auswirkungen verbinden und ein hohes Potential für eine zukünftige Gründung mit sich bringen.
„Die Auszeichnung ist in harter Konkurrenz gewonnen“, so Feichtner. „Ich freue mich sehr über die Anerkennung und sehe sie als Ansporn, die Arbeit weiter voranzutreiben.“ Die Jury hat das Preisgeld dort eingesetzt, wo eine große Hebelwirkung entstehen kann: In der Forschung an der Universität Würzburg. Mit dem Preisgeld von 10.000 € kann Thorsten Feichnter einen studentischen Mitarbeiter einstellen und einen ersten Prototypen entwickeln lassen. „Auf Basis dieser Ergebnisse, die durch den Award ermöglicht werden, kann ich einen größeren Forschungs-Antrag schreiben und alles noch mehr ins Rollen bringen. Bei Erfolg soll am Ende tatsächlich ein Startup entstehen“, ergänzt Feichtner.
Auch die die Fakultät für Physik und Astronomie an der Universität Würzburg gratuliert herzlich zu diesem Erfolg. „Der Preis unterstreicht die Innovationskraft unserer Forschung und die Bedeutung interdisziplinärer Ansätze“, unterstreicht Prof. Jens Pflaum, Dekan der Fakultät.
Kontakt:
Dr. Thorsten Feichtner
Lehrstuhl für Experimentelle Physik 5
Fakultät für Physik und Astronomie
Telefon: +49 931 31-85768
Mail: thorsten.feichtner@uni-wuerzburg.de
