Physik am Samstag - Space Days
Freier Blick ins All? Astronomie zwischen Forschung und Megakonstellationen
| Date: | 10/10/2026, 10:48 AM - 12:15 PM |
| Location: | Hubland Süd, Geb. P4 (Naturwissenschaftlicher Hörsaalbau), Max-Scheer-Hörsaal |
| Organizer: | Fakultät für Physik und Astronomie |
| Speaker: | Prof. Reinhard Genzel, Prof. Matthias Kadler, Prof. Jörn Wilms, Prof. Günther Hasinger |
Die moderne Astronomie erlebt eine Zeit spektakulärer Entdeckungen: Schwarze Löcher werden sichtbar gemacht, verborgene Strukturen durch Röntgenstrahlung aufgespürt und die Anfänge des Universums mit immer leistungsfähigeren Teleskopen erkundet. Gleichzeitig verändert sich der Nachthimmel rasant. Mehr als zehntausend kommerzielle Satelliten umkreisen bereits die Erde, weitere Mega-Konstellationen sind geplant. Ihre Elektronik, Telemetrie und Wärmestrahlung erhellen zunehmend den Nachthimmel. Was bedeutet das für die wissenschaftliche Beobachtung des Weltraums?
Die Podiumsdiskussion widmet sich den Chancen und Konflikten zwischen astronomischer Forschung und der zunehmenden kommerziellen Nutzung des Weltraums: Warum braucht die Forschung sowohl bodengebundene als auch weltraumgestützte Teleskope? Welche Auswirkungen haben Satellitenkonstellationen auf nahinfrarote und radioastronomische Beobachtungen mit den Teleskopen der Europäischen Südsternwarte und dem Square Kilometre Array, an denen Deutschland maßgeblich beteiligt ist? Und welche internationalen Regeln sind notwendig, damit wissenschaftliche Forschung und wirtschaftliche Nutzung des Weltraums langfristig miteinander vereinbar bleiben?
Diesen Fragen geht Dr. Carolin Liefke gemeinsam mit Prof. Dr. Günther Hasinger, Prof. Dr. Matthias Kadler, Prof. Dr. Jörn Wilms und dem digital zugeschalteten Prof. Dr. Reinhard Genzel nach – sehr gerne auch mit Ihnen!
Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Vorlesungsreihe „Physik am Samstag“ der Fakultät für Physik und Astronomie statt.
Mitwirkende
Prof. Dr. Reinhard Genzel (digitale Teilnahme) ist Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching, Professor an der Graduate School for Physics and Astronomy der University of California in Berkeley und Mitglied der BAdW. Er ist einer der weltweit führenden Forscher auf dem Gebiet der Infrarot- und Submillimeter-Astronomie. 2020 erhielt er den Nobelpreis für Physik, gemeinsam mit der US-amerikanischen Astronomin Andrea Ghez, für die Entdeckung eines supermassereichen kompakten Objekts im Zentrum unserer Galaxie, der Milchstraße.
Prof. Dr. Günther Hasinger ist Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Deutschen Zentrums für Astrophysik und Professor für Astrophysik am Institut für Kern- und Teilchenphysik der TU Dresden. Von 2018 bis 2023 war er Direktor der Europäischen Weltraumorganisation ESA.
Prof. Dr. Matthias Kadler ist Professor für Astronomie am Institut für Theoretische Physik und Astrophysik an der Universität Würzburg. In seiner Arbeitsgruppe erforscht er Schwarze Löcher und relativistische Plasmajets, die in ihrer unmittelbaren Umgebung entstehen. Er plant das Wetterstein-Millimeter Teleskop auf der Zugspitze als interdisziplinäre Forschungsplattform für die Radioastronomie, Geodäsie, Radarforschung und Satellitenkommunikation mit hochfrequenter Radiostrahlung.
Prof. Dr. Jörn Wilms ist Professor für Astronomie und Astrophysik an der Dr. Karl-Remeis-Sternwarte in Bamberg, die Teil des Astronomischen Instituts der FAU Erlangen-Nürnberg und des Erlangen Centre for Astroparticle Physics ist. Seine Forschungsinteressen liegen in der Hochenergie-Astrophysik, insbesondere in den Emissionsprozessen von Schwarzen Löchern und in der Physik von Neutronensternen.
Moderation
Dr. Carolin Liefke ist stellvertretende Leiterin des Hauses der Astronomie, einem Zentrum für astronomische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Heidelberg, und des Office of Astronomy for Education der Internationalen Astronomischen Union. Ihre Schwerpunkte liegen u. a. in der Lehramtsausbildung, der Entwicklung von Bildungsmaterialien sowie Forschungsangeboten für Schüler*innen.
Anschließend kann mit den Vortragenden bei Kaffee, Tee und anderen Getränken ins Gespräch gekommen werden. Außerdem gibt es im Hörsaalbau interaktive Einblicke in die satellitengestützte Erdbeobachtung und die Veränderungen unserer Umwelt im Klimawandel an Mitmachstationen.
