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Fakultät für Physik und Astronomie

Hohe Auszeichnung für Forschung bei tiefen Temperaturen

Dr. Erwann Bocquillon
Foto: privat

Dr. Erwann Bocquillon, Physiker am Laboratoire Pierre Aigrain und ehemaliger Postdoc am Lehrstuhl für Experimentelle Physik III der Universität Würzburg, hat den Nicholas Kurti Science Prize 2017 gewonnen. Er teilt sich die Auszeichnung mit Dr. Francois Parmentier, Université Paris-Saclay, Frankreich.

Zwei Publikationen in renommierten Fachzeitschriften

Ausgezeichnet wird damit nach Worten von Laurens Molenkamp, Inhaber des Lehrstuhls für Experimentelle Physik III, Bocquillons Forschung an diesem Lehrstuhl. Zwei Publikationen stehen für den Erfolg von Bocquillons Arbeit in dieser Zeit: Gapless Andreev bound states in the quantum spin Hall insulator HgTe, erschienen am 29. August 2016 in Nature Nanotechnology. Und 4?-periodic Josephson supercurrent in HgTe-based topological Josephson junctions, veröffentlicht am 21. Januar 2016 in Nature Communications.

In beiden Arbeiten hat sich der Physiker mit topologischen Isolatoren beschäftigt. Dabei handelt es sich um eine Materialklasse, von der Fachleute deutliche Fortschritte in der Informationstechnik erwarten: Mit topologischen Isolatoren sollten sich in der Zukunft noch kleinere und leistungsfähigere Computerchips bauen lassen. Sie sollen zudem Entwicklungsschübe unter anderem in der Robotik und in der Sensorik für Umwelt und Medizintechnik ermöglichen. Bislang zeigen topologische Isolatoren die gewünschten Effekte allerdings nur bei extrem tiefen Temperaturen.

Physiker der Universität Würzburg gehören bei der Erforschung der topologischen Isolatoren zu den Pionieren: Professor Laurens Molenkamp war 2007 weltweit der erste, der die exotischen Materialien in seinem Labor herstellen konnte und der ihre Eigenschaften dann experimentell untersuchte.

Zur Person

Erwann Bocquillon hat Physik an der Ecole Normale Supérieure de Paris studiert; im Juni 2008 schloss er sein Studium mit dem Master ab. Von September 2009 bis April 2013 forschte er an der Ecole Normale Supérieure de Paris im Laboratoire Pierre Aigrain auf dem Gebiet der Electron Quantum Optics. Weitere Stationen seiner wissenschaftlichen Laufbahn waren von September 2009 bis November 2012 als PhD-Student an der Pierre and Marie Curie University - Paris 6 und von Mai 2013 bis 30. Juni 2016 als Postdoc am Institut für Physik der Universität Würzburg.

Der Nicholas Kurti Preis

Der Nicholas Kurti European Science Prize wird seit 2004 für herausragende Forschungsarbeiten vergeben, die sich mit tiefen Temperaturen oder hohen Magnetfeldern beschäftigen. Er ist nach Professor Nicholas Kurti (1908 - 1998) benannt, der lange Zeit im Bereich der Niedrigtemperatur-Physik am Clarendon Laboratory an der Universität Oxford geforscht hat. Der Preis ist mit 8000 Euro dotiert und wird jährlich von Oxford Instruments vergeben.

Er soll Nachwuchswissenschaftler in der Zeit zwischen Doktorarbeit und fester Anstellung unterstützen und in ihrer Karriere fördern.

 

Text: Pressestelle Universität Würzburg

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