Im Rahmen einer von der Landesfachgruppe Musik unter Beteiligung der Landesfachgruppe Physik initiierten Fortbildungsveranstaltung für die Fachgruppenleiter fand ein großer Experimentalvortrag von Prof. Dr. Max Scheer mit dem Thema "Physikalische Grundlagen der Musikinstrumente" am Physikalischen Institut der Universität Würzburg statt. Dazu waren alle unterfränkischen Kolleginnen und Kollegen der Fachbereiche Musik und Physik, weitere interessierte Kolleginnen und Kollegen sowie auch interessierte Schülerinnen und Schüler der Oberstufe eingeladen. Die Organisation dieser Veranstaltung wurde von der Fachgruppe M/Ph in Zusammenarbeit mit dem Physikalischen Institut der Universität Würzburg durchgeführt. Mehr als 400 Teilnehmer im großen Hörsaal des Hörsaalbaus der Naturwissenschaften der Universität Würzburg, Am Hubland würdigten durch ihre Teilnahme den faszinierenden Referenten und seine Mitarbeiter.
Prof. Scheer hatte zusammen mit Herrn R. Wenisch, der für die außergewöhnliche Experimental- und Präsentationstechnik im großen Hörsaal zuständig ist, in wochenlanger Arbeit einen ca. eineinhalbstündigen Vortrag erstellt, der mit verblüffenden Experimenten, Simulationen und Präsentationen gespickt war. So hatte Prof. Scheer für verschiedene Demonstrationen auch einen Vibraphonisten und Pauker der Musikhochschule eingeladen.
Inhaltlich erstreckte sich der Vortrag von schwingenden Saiten, Luftsäulen, Stäben und Membranen bis hin zur elektromagnetischen Tonerzeugung der legendären Hammondorgel. Neben der Tonerzeugung und der Schallausbreitung war das Phänomen der Resonanz ein weiterer Schwerpunkt im Vortrag von Prof. Scheer.
So beeindruckten die durch Stroboskopbeleuchtung sichtbar gemachten Schwingungsmoden eines Paukenfells und eines Weinglases bei intensiver akustischer Bestrahlung mit der Resonanzfrequenz. Weiterhin zeigte Prof. Scheer sowohl im Realexperiment als auch in einer zur Erklärung herangezogenen Computersimulation das "eigenwillige" Auslenkungsverhalten einer gestrichenen Saite. Weitere Versuche betrafen die Veränderung der Schallgeschwindigkeit in Medien und die Verwendung dieses Effekts bei der Stimmung von Saiteninstrumenten sowie der Beeinflussung der menschlichen Stimme. Dazu nahm Prof. Scheer einen tiefen Zug Helium und sprach die nächsten Sekunden zum Amüsement aller Zuhörer mit Mickey Mouse-Stimme.
Die Vielzahl von Versuchen und vor allem auch Anregungen für den fächerübergreifenden Unterricht in Musik und Physik würde den Rahmen dieses Berichts sprengen. Damit dieser einmalige Vortrag aber auch Nichtteilnehmern als Motivation und Vorbereitungshilfe dienen kann, wird in Zusammenarbeit mit Prof. Scheer eine Materialien- und Literatursammlung erstellt.